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Tarifvertrag abgeschlossen, Projekt Düker 2020 gestartet

Arbeiten für die Zukunft bei Düker

Ende 2016 hat die Geschäftsführung gebeten, Gespräche zu den geltenden Tarifvertragsregelungen aufzunehmen. Anlass war die dramatische Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation für das Geschäftsjahr 2017, insbesondere am Standort Laufach mit über 400 Beschäftigten. Es sei notwendig, auf das Urlaubs- und Weihnachtsgeld für drei Jahre zu verzichten, um große Verluste zu verhindern. Ein Beratungsunternehmen sei bereits beauftragt.

In mehreren lebhaften Mitgliederversammlungen an den Standorten Laufach und Karlstadt hatten wir die Situation beraten, kontrovers diskutiert und unsere Forderungen formuliert. Wir erhielten ein einstimmiges Votum zur Verhandlungsaufnahme. Der Verhandlungsauftrag lautete: Die Vereinbarung eines überzeugenden, tragfähigen Zukunftskonzeptes für beide Düker-Standorte, die Vermeidung von betriebsbedingten Kündigungen, zur Restrukturierung ist ein paritätisch besetzter Lenkungsausschuss einzurichten, ein maximaler Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld für ein Jahr und ein Nachteilsausgleich für IG Metall-Mitglieder. Nach zwei intensiven Verhandlungsrunden und mehreren Hintergrundgesprächen konnte das Verhandlungsergebnis mit den Mitgliedern diskutiert und zur Abstimmung vorgelegt werden.

Im Änderungstarifvertrag mit einer Laufzeit bis Ende 2018 sind beide Standorte und die Beschäftigung abgesichert, die Beibehaltung der Tarifvertragsbindung ist zugesagt, der Lenkungsausschuss und Expertenteams aus der Belegschaft sind tarifvertraglich vereinbart, für die Laufzeit wird kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld gezahlt. Vereinbart wurde ein Sonderkündigungsrecht zum 31.12.2017 mit kurzer Kündigungsfrist. Zusätzlich konnten wir per Tarifvertrag vereinbaren, dass allen Mitgliedern auf Antrag zwei zusätzlich bezahlte Tage in 2017 und 2018 zu gewähren sind.

Die IG Metall und beide Betriebsräte haben Vertreter in den Lenkungsausschuss entsandt. Sie werden extern von wab consulting unterstützt. Der Lenkungsausschuss hat bereits seine Arbeit aufgenommen. Die Ergebnisse zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Sicherung der Standorte werden im November den Belegschaften vorgestellt. »Wenn es leicht wäre, dann könnten es auch andere. Die Mitglieder werden im November über die Fortführung des Änderungstarifvertrags entscheiden«, pointiert Scheidler.