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Gäste aus Tunesien am Bayerischen Untermain

Gemeinsam voneinander lernen

Am 19. April 2017 konnten wir am Bayerischen Untermain eine rund 20-köpfige Delegation von Gewerkschaftern und Arbeitgebern aus Tunesien begrüßen. Auf Initiative des DGBs ist ein 13-monatiges Kooperationsprojekt zwischen DGB und BDA sowie dem tunesischen Gewerkschaftsbund UGTT und dem Arbeitgeberverband UTICA ins Leben gerufen worden.

Die UGTT vertritt rund 520.000 Beschäftigte und ist damit die größte zivilgesellschaftliche Massenorganisation in Tunesien. Die UTICA repräsentiert 150.000 Unternehmen. Die IG Metall kooperiert seit 2013 mit der Friedrich- Ebert-Stiftung und der FGME, der tunesischen Metallgewerkschaft. Die Federführung dieser Projekte obliegt Claudia Rahman, Funktionsbereich Transnationale Gewerkschaftspolitik der IG Metall. Gerhard Wick, ehemaliger Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg, begleitete die Delegation während ihres 5-tägigen Aufenthalts im Rhein-Main-Gebiet.

Wie funktioniert das duale Ausbildungssystem?! Wie ist die Zusammenarbeit im und zwischen Betriebsrat, Gewerkschaft und Arbeitgeber organisiert?! Dies waren nur zwei Fragen, die während des Besuchs thematisiert worden sind. Gertrud Keller, die Schulleiterin der Bekleidungsfachschule, stellte der Delegation die Ausbildungs- und Lernmöglichkeiten vor und präsentierte die Räumlichkeiten der BKF. DGB- Regionssekretär Björn Wortmann informierte näher über die Funktionsweise des dualen Ausbildungssystems. Dabei hob er den erforderlichen sozialpartnerschaftlichen Dialog zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in den Kammern hervor. Am Nachmittag konnte die Delegation über Arbeitsschwerpunkte und Themen mit dem Betriebsrat bei Linde Hydraulics in Nilkheim diskutieren. Auch Vertreter der Personalabteilung brachten sich mit ein und stellten die betrieblichen Abläufe und Qualifizierungsangebote für die Arbeitnehmer dar. Im Anschluss konnte eine Werksbegehung im neuen Linde Hydraulics-Werk in Nilkheim durchgeführt werden.

Der internationale Austausch und Dialog ist für uns gegenseitig eine enorme Bereicherung. Es ist sehr spannend, einen Einblick zu bekommen, welche Herausforderungen die tunesischen Kolleginnen und Kollegen im Rahmen des Demokratisierungsprozesses nach dem arabischen Frühling zu bewerkstelligen haben.

In mehreren Workshops und Konferenzen werden die deutsch-tunesischen Beziehungen auf sozialpartnerschaftlicher Ebene weiter vertieft, bestätigten der Projektleiter des DGB, Peter Seideneck, und Claudia Rahman. Wir sagen »Danke« für die Horizonterweiterung und an alle Beteiligten, die den Besuch ermöglicht haben.