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Auch bei Linde diskutieren wir die Arbeitszeit

Flexibilität ja, aber mit Preisschild

700 Beschäftigte bei Linde Material Handling in Aschaffenburg haben sich an der Beschäftigtenbefragung der IG Metall beteiligt. Am 1. Juni haben wir die Ergebnisse in der Betriebsversammlung vorgestellt. Ebenfalls vor Ort war die Roadshow der IG Metall. Hier diskutierten knapp 200 Beschäftigte zum Thema Arbeitszeit mit den Vertrauensleuten über die Befragungsergebnisse und die alltäglichen Herausforderungen im Betrieb.

»Die Belegschaft zeigt eine hohe Bereitschaft und ist flexibel. Das hat aber auch seinen Preis. Zum einen sieht der Tarifvertrag Zuschläge für Mehrarbeit vor, zum anderen sind Arbeitszeitkonten wichtiger denn je geworden. Deutlich ist: Die Beschäftigten bei Linde spüren den erhöhten Leistungsdruck und wünschen sich mehr Flexibilität für die privaten Herausforderungen des Lebens«, so Percy Scheidler, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg in der Betriebsversammlung. 96 Prozent der Befragten sprechen sich für die Möglichkeit aus, sich kurzfristig Freizeit nehmen zu können; Ausreichend lange Ankündigungsfristen finden 86 Prozent bedeutsam. Die Beschäftigen setzen auf eine Umverteilung des Arbeitszeitvolumens entlang des Lebenslaufes. Für 83 Prozent ist es wichtig, z.B. für Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, berufliche Weiterbildung oder altersbedingt mit einem Individualanspruch, ihre Arbeitszeit reduzieren zu können.

Wir werden die Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung in Hinblick auf die Bundestagswahl mit der Belegschaft weiter diskutieren. Zudem steht im Fokus, Schlussfolgerungen zu den betrieblichen Arbeitszeitregelungen gemeinsam mit dem Betriebsrat zu ziehen und auf das Management zuzugehen. In der Betriebsversammlung äußerte sich Herr Krinninger, CEO der LMH GmbH, demgegenüber offen. VK-Leiter Manuel Leiderer: »Wir bekommen zurückgemeldet, dass die Arbeitszeit ein Thema bei den Beschäftigten ist. Toll, dass sich so viele Beschäftigte am IG Metall-Truck informiert haben, der letzte Woche bei Thyssen in der Betriebsversammlung stand, bei Linde aber leider nur vor dem Werkstor«.

Am bayerischen Untermain und der Region Lohr haben 5.081 Beschäftigte aus 41 Betrieben von Mitte Januar bis März 2017 ihre Meinung abgegeben. Die IG Metall äußert sich sehr erfreut über diese hohe Beteiligung, weil diese zeige, dass die Beschäftigten mitreden, mitgestalten und mitentscheiden wollen. »Wer im September gewählt werden will, kommt an den Ergebnissen unserer Befragung nicht vorbei«, sagte Percy Scheidler.