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Verhandlungen spitzen sich zu

Warnstreiks bei Joyson

Seit Anfang Januar führte der Betriebsrat mit Unterstützung der IG Metall die Verhandlungen zu der vom Management angekündigten Restrukturierung. Die Auswirkungen in Aschaffenburg: Abbau von bis zu 500 Arbeitsplätzen, die Schließung des Werks in Nilkheim und der Ausbau des Werks in Schweinheim. Die Arbeitgeberseite spitzt die Verhandlungen zum Interessenausgleich und Sozialplan Anfang April zu und trennt diese deutlich von den aufgenommen Tarifverhandlungen ab. Betriebsrat und IG Metall haben „gebetsmühlenartig“ betont, dass sie betriebsbedingte Kündigungen nicht akzeptieren werden und nur im Rahmen eines tarifvertraglich begleiteten Gesamtpakets den Standort in Aschaffenburg neu mit ausrichten. Nach zwei Mitgliederversammlungen haben wir unsere Forderungen übermittelt: Nachhaltige Standort- und Beschäftigungssicherung bis 2025, Einigung auf tarifliche Mindeststandards und einen gemeinsamen Entgelttarifvertrag für alle Beschäftigte.

In der Auftaktverhandlung am 29. März hat der Arbeitgeber unsere Forderungen entgegengenommen und Abstimmungsbedarf signalisiert. Einen weiteren Verhandlungstermin wollte man nicht vereinbaren. Dies und die Statements von Management und Belegschaft auf den Betriebsversammlungen waren Anlass, dass am Donnerstag, 11.04. knapp 600 Beschäftigte den Aufruf der IG Metall zum Warnstreik gefolgt sind und sichere tarifvertragliche Perspektiven einforderten. Die Kundgebung wurde von Delegationen aus den umliegenden Werken solidarisch unterstützt. „Wir haben das Management gemeinsam aufgefordert, mit der Mannschaft eine Lösung zu finden. Uns ist unsere Zukunft nicht egal! Jetzt ist das Management in der Verantwortung“, so Percy Scheidler auf der Kundgebung.