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Warnstreiks bei Joyson Safety Systems Aschaffenburg GmbH

400 Beschäftigte beteiligen sich am zweiten Warnstreik der IG Metall

Bis zu 400 Beschäftigte sind am heutigen Vormittag dem erneuten Aufruf der IG Metall zu Warnstreiks in den beiden Joyson-Betrieben in Aschaffenburg gefolgt. Die bisher geführten Gespräche zu tarifvertraglichen Mindestbedingungen bei Joyson mit den Management haben keinen Fortschritt gebracht. „Es gibt derzeit keinerlei Zusagen zu den von der IG Metall übermittelten Forderungen“, so Percy Scheidler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg, auf der Kundgebung. Die Beschäftigten wurden von Delegationen aus den umliegenden Betrieben unterstützt, u.a. von gewerkschaftlichen Vertrauensleuten und Betriebsräten der Firma Linde Material Handling. Grußbotschaften und deutliche Worte kamen vom DGB-Kreisvorsitzenden Björn Wortmann und Ludwig Stauner von der KAB.

Nachdem während des Kundgebungsverlaufs klar wurde, dass die Vertreter des Managements im Hintergrund persönlich die Veranstaltung auch verfolgten, wurden die konkreten Forderungen und Machbarkeiten von Percy Scheidler noch einmal ausführlich dargestellt. Direkte Gesprächsversuche vor Ort mit dem Management haben zunächst nicht weitergeführt. Die IG Metall fordert mit den Beschäftigten eine nachhaltige Standort- und Beschäftigungssicherung bis 2025, die Einigung auf einen gemeinsamen Tarifvertrag für gewerbliche und angestellte Beschäftigte. Insbesondere zur Geltung von Tarifverträgen hat Joyson in den bayerischen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie ein antiquiertes Alleinstellungsmerkmal. „Wenn die Ankündigungen zum Umbau in Schweinheim ernst gemeint sind, dann nehmen Sie jetzt ernsthafte Verhandlungen mit uns auf, um über Standortsicherung, Absicherung von Arbeit und einem gemeinsamen Tarifvertrag zu sprechen, meine Herren!“ pointiert Percy Scheidler in Richtung des Managements.

Wie bereits berichtet, führen Betriebsrat und IG Metall die Verhandlungen zu den vom Joyson-Management Anfang Dezember 2018 angekündigten Restrukturierungen.

Die Auswirkungen in Aschaffenburg: Abbau von bis zu 500 Arbeitsplätzen, die Schließung des Werks in Nilkheim und der Ausbau des Werks in Schweinheim. Das Joyson-Management hat die Verhandlungen zum Interessensausgleich und Sozialplan deutlich von den aufgenommen Tarifverhandlungen abgegrenzt. Betriebsrat und IG Metall haben stets betont, dass sie betriebsbedingte Kündigungen nicht akzeptieren werden und intelligentere Lösungen zu finanzieren sind. Zielführend sei es, mit einem tarifvertraglich begleiteten Gesamtpaket den Standort in Aschaffenburg neu mit auszurichten.

„Ohne sichere tarifvertragliche Leitplanken für alle Beschäftigten bei Joyson kann keine Zukunft gelingen. Wir werden nicht zulassen, dass eine Restrukturierung der anderen folgt! Wir bieten an, den Umbau der Standorte im Interesse des Unternehmens und der Beschäftigten mitzugestalten. Was für 30.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie am bayerischen Untermain richtig ist, kann für Joyson nicht falsch sein: Ein Betrieb, eine Gewerkschaft ein Tarifvertrag für alle Beschäftigte!“, pointiert Percy Scheidler.

Die Gewerkschaft hat das Management aufgefordert, sich bis zum 8. Mai 2019 zur ernsthaften Fortführung der Tarifverhandlungen zu äußern. Für den 13. Mai sind Mitgliederversammlungen geplant, um von Seiten der Gewerkschaft Entscheidungen zu treffen. Man sei weiterhin an einer konstruktiven Gesamtlösung im Rahmen eines Zukunftspakets interessiert, so Percy Scheidler im Ausblick.