22. Februar 2024
IG Metall über Vorgehensweise entsetzt!
Harter Tobak bei BMZ
Am Mittwoch, dem 21. Februar, ließ das Management bei BMZ die Katze aus dem Sack – Kündigungen trotz nicht abgeschlossener Gespräche zum Interessenausgleich.

Bereits im November 2023 kündigte das Management der BMZ Germany GmbH in einer Mitarbeiterversammlung an, ca. 20% des Personals abbauen zu wollen - wirtschaftliche Schwierigkeiten wurden als Grund angeführt.
Die Geschäftsführung der BMZ Germany GmbH plant nun im ersten Schritt 24 Kündigungen auszusprechen. Der Betriebsrat erhielt entsprechende Anhörungen.

„Eigentlich“ laufen Gespräche!

Seit Beginn des Jahres werden bei der BMZ Germany GmbH Gespräche zu einem Interessenausgleich und Sozialplan geführt, man befindet sich noch in der Informationsphase. Bisher war auf Arbeitnehmerseite der Eindruck entstanden, auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten:
Eine saubere Restrukturierung, die die Zukunftssicherheit des Unternehmens herstellt.

Trotz laufender Gespräche, ohne eine Einigung auf einen Interessenausgleich und entgegen den bisherigen Absprachen erhielt der Betriebsrat am 21.02. insgesamt 24 Anhörungen zu Beendigungskündigungen.

„Ich war sprach- und fassungslos, als ich von den Anhörungen erfuhr. So etwas wie bei BMZ ist mir in den letzten 14 Jahren Gewerkschaftsarbeit noch nicht begegnet. Eine derartige Form der Ignoranz der betrieblichen Mitbestimmung ist beispiellos in unserer Region.“ führt der Vertreter der IG Metall, Christoph Curs, der Teil des Verhandlungsteams ist, aus.

Störfeuer gegen die Betriebsräte belasten das Klima

Störfeuer aus Reihen der Geschäftsführung gegen Mitglieder der Arbeitnehmervertretung überschatten zusätzlich die Situation bei BMZ; Betriebsräte werden gegängelt und sogar mit fristloser Kündigung bedroht. Bereits seit der Gründung des ersten Betriebsrats bei der Firma BMZ kam es immer wieder zu schwierigen Auseinandersetzungen zwischen den Betriebsparteien, um die Mitbestimmung im Betrieb zu gewährleisten. „Wir begleiten die Betriebsräte aktiv in den Auseinandersetzungen für eine mitbestimmte Zukunft von BMZ mit Beschäftigung und Perspektiven für die Beschäftigten, auch wenn die Maßnahmen des Arbeitgebers derzeit aus unserer Sicht völlig kontraproduktiv hierzu verlaufen.“ so Percy Scheidler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Aschaffenburg.


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